Religion - Opium für das Volk
Über die stete Relevanz der Marxschen Religionskritik
Obwohl die Philosphie ihn schon im 19. Jahrhundert endgültig unter die Erde gebracht hat, ist Gott einfach nicht tot zu kriegen. Er dient als moralische Grundlage für Regeln und Gesetzte, stiftet Menschen zu Grausamkeit und Gewalt an und vermittlet im Groben und Ganzen jedem noch so armen Würstchen in jeder noch so schrecklichen Lebenslage das Gefühl, dass das alles ja schon irgendwie seinen Sinn hat, solang ER dahinter steckt. Diese Funktion von Religion, dem Unsinn und dem Elend der Menschenwelt eine sinnliche Bedeutung zu geben, soll im Vortrag im Mittelpunkt stehen. Es wird sich dabei weniger um die altbekannten und aktuellen Klischees vom pädophilen Bischof oder Hass predigendem Imam gehen, als um die grundsätzlichere Frage: Ist ein wie auch immer ausgelegter Glaube an irgendeinen Gott prinzipiell vereinbar mit der Forderung nach einer menschlichen und freien Gesellschaft? Oder ist die Behauptung eines göttlichen Prinzips schon rein logisch ein Messer in der Brust der Humanität? Um schon eine Kleinigkeit vorwegzunehmen: Nein, Ja.
Freitag 21.03.2008 B12 Braustraße 20

