March 19, 2008

B12 Kino

Filed under: Culture

Di 01.04.08 ~ 21:00 Uhr
Julian Donkey-boy

Harmony Korine liebt schrille Szenerien. Wie schon bei Gummo verharrt die Geschichte in Sinnbildern. Der Film stolpert in wackligen Aufnahmen, TV-Eisprinzessinenrevue und Standbildern von einem Sketch zum andern. In Musikvideoästhetik wird der ganze Horror der festen Zelle der Kleinfamilie unterbreitet.
Julian ist schizophren, in ihm leuchtet nur sequenzartig und unzusammenhängend eine Art von Realität auf. Totgeschlagener Junge – Abendessen. Die Schwester spielt seine Mutter und ist die Mutter seines Kindes. Dem Bruder tut er weh, weil er keine Kampfregeln kennt, sondern nur Angst. Werner Herzog als Vater, der sich seiner Familie bedient, um sich seiner Selbstbeherrschung zu versichern. Der noch seine schrägsten und sadistischen Wünsche zu rationalisieren weiß. Alles unter Kontrolle.

R.: Harmony Korine / 94 min / USA 1999 (OV)

Di 08.04.08 ~ 21:00 Uhr
:::Bündnis gegen Antisemitismus:::
Hotel Terminus - The Life and Times of Klaus Barbie

Es wird ein epischer Dokumentarfilm zu sehen sein, der durch Interviews mit Zeitzeugen die Taten, die Flucht und schließlich den Prozess des Gestapo-Chefs von Lyon Klaus Barbie nachzeichnet. Barbie war während des Vichy-Regimes als „Schlächter von Lyon“ bekannt, und folterte unter vielen anderen den Resistance-Kämpfer Jean Moulin zu Tode. Hotel Terminus wurde 1989 als bester Dokumentarfilm mit dem Oscar ausgezeichnet.

R.: Marcel Ophüls / 267 min / USA, F 1988 (Doku)

Di 15.04.08 ~ 21:00 Uhr
:::Reihe: Ostdeutsche Verhältnisse - Blühende Landschaften, Prekarisierung und Neonazis:::
Da ist man lieber still - Am rechten Rand der Republik

„Da ist man lieber still“ ist ein Film, der sich abseits von Sensationen in eine Region begibt, in der rechtsradikales Gedankengut in vielen Wohnzimmern zuhause ist. Hier präsentieren sich Nazis inzwischen ungeniert als „die netten Jungs von nebenan“, ohne Springerstiefel, Glatzen und Bomberjacken. Auf den Aufstand der Anständigen wartet man bisher vergeblich.

R.: Eilika Meinert / 45 min / D 2007 (Doku)

anschließend: Diskussion

Di 22.04.08 ~ 21:00 Uhr
Here we come

Dessau/Leipzig/Berlin/Görlitz… in den 80ern: Simo, Beatachmidt, Magic Mayer… Breakdande ist ihre Heimat, Hip Hop ihr Leben. Trotz realsozialistischem Alltag, Beobachtung durch den Staat und ständiger Überprüfung der Systemtreue gehen sie ihren eigenen Weg. HERE WE COME erzählt ihre Geschichte und was bis heute davon überlebt hat.

R.: Nico Raschick / 90 min / D 2006 (Doku)

Di 27.04.08 ~ 21:00 Uhr
Mädchen in Uniform

Nach dem Theaterstück Gestern und Heute von Christa Winsloe, das 1931 verfilmt wurde - der erste deutsche Film mit explizit lesbischem Topos. Der Film wurde gleich ob seiner Kritik an Obrigkeitshörigkeit und preußischem Drill, nicht aber aufgrund des lesbischen (Sub)textes, ein Welterfolg. Unter den Nazis wurde der Film verboten, 1977 wieder öffentlich gesendet Manuela von Meinhardis soll in einem Adelspensionat zur gehorsamen Hausfrau und Soldatenmutter erzogen werden. Dort verliebt sie sich in ihre Lehrerin Fräulein von Bernburg. Ungleich dem Film stirbt Manuela unglücklich am Ende des Buches - ein typischer Ausgang in der Zeit und den nachfolgenden Jahrzehnten.

R.: Leontine Sagan / 98 min / D 1931 (OV)

February 28, 2008

B12 Kino

Filed under: Culture

Di 04.03.08 ~ 21:00 Uhr
Eine unbequeme Wahrheit

Im Jahr 2005 erlebte Amerika die schlimmsten Stürme seiner Geschichte. Es scheint, als sei ein Wendepunkt erreicht - und Al Gore schildert das Szenario dieser düsteren Situation. Zwischen dem Vortrag von Gore streut der Film immer wieder biografische Aspekte ein: wie der idealistische College-Student sich schon früh für Ökologie interessierte; wie eine Familientragödie sein Leben als junger Senator grundlegend veränderte; wie der Mann, der fast US-Präsident wurde, zur leidenschaftlichsten Aufgabe seines Lebens zurückkehrte - überzeugt, dass noch genügend Zeit bleibt, die Dinge zu verändern.
Mit Witz, Humor und Hoffnung schildert „Eine unbequeme Wahrheit“ die überzeugende Argumentation von Al Gore: Wir können es uns nicht länger leisten, die globale Erwärmung als politisches Thema anzusehen, sie ist die größte moralische Herausforderung für die Bewohner dieses Planeten.

R.: Davis Guggenheim / 94 min / USA 2006 (Doku)

Di 11.03.08 ~ 21:00 Uhr
Mephisto

Der Hamburger Schauspieler Hendrik Höfgen kommt in den Zwanziger Jahren nach Berlin ans Staatstheater. Er feiert große Erfolge und spielt schließlich sogar seine Traumrolle, den Mephisto in Goethes „Faust“. Als die Nazis die Macht übernehmen, muss sich Höfgen entscheiden, ob er mit der Familie seiner Frau nach Paris ins Exil geht oder in Berlin bleibt, wo er als linker Schauspieler in Ungnade gefallen ist. Lotte Lindenthal, eine mittelmäßig begabte Schauspielerin und Freundin eines mächtigen Luftwaffengenerals, bringt ihm die Lösung: Als seine Partnerin lässt sie ihre Beziehungen spielen und öffnet ihm alle Türen zum Erfolg. Höfgen wird Intendant des Staatstheaters. Während er immer einsamer wird, versucht er, vom Regime Verfolgte am Theater zu halten. Bis er in Konflikt mit dem General gerät…

R.: István Szabó / 144 min / D, HU, A 1981

Di 18.03.08 ~ 21:00 Uhr
Schlacht um Algier

Algier, 1957: Die „Nationale Befreiungsfront“ (FLN) rüstet zum Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft in Algerien. Während Ali-la-Pointe zum Guerillaführer der Kasbah von Algier aufsteigt, greifen die Truppen des Colonel Mathieu immer härter durch. Um die Drahtzieher der Untergrundorganisation zu finden, benutzen sie Foltermethoden, die den Attentaten der Algerier an Grausamkeit in nichts nachstehen. Der damals verantwortliche französische General Massu gab 2000 öffentlich zu, den Befehl zur Folterung erhalten zu haben, was die französische Regierung bis heute abstreitet. „Schlacht um Algier“ ist ein Film vom italienischen Regisseur und Journalisten Gillo Pontecorvo, einem Mitglied der kommunistischen Partei Italiens.

R.: Gillo Pontecorvo / 117 min / I 1966

Di 25.03.08 ~ 21:00 Uhr
This is England

Großbritannien in den frühen 1980er Jahren unter Margaret Thatcher, Falklandkrieg und Skinhead-Subkultur. Hauptfigur des Films ist der 12-jährige Shaun, dessen Vater im Falklandkrieg ums Leben gekommen ist. Seine Mutter Cynth hat nicht genug Geld, ihm anständige Kleidung zu kaufen, weswegen er in der Schule regelmäßig Opfer von Spott wird. Zufällig trifft Shaun auf die Skinhead-Bande um den charismatischen, aber relativ unpolitischen Woody. Er nimmt Shaun unter seine Fittiche und integriert ihn, obgleich viele Jahre jünger, in seiner Bande. Die Zustände spitzen sich zu, nachdem der 32-jährige Combo aus dem Gefängnis entlassen wird. Im Gegensatz zum leicht anarchisch wirkenden Woody hat er eine klare, politische Vorstellung und diese ist fremdenfeindlich…

R.: Shane Meadows / 100 min / UK 2006 (Omu)

Get free blog up and running in minutes with Blogsome
Theme designed by Ian Main